Was ist Shopware? Kurze Einführung in das Shopsystem
Was ist Shopware? Kurze Einführung in das deutsche Shopsystem: Editionen und Kosten, Administration, Storefront, Apps und Plugins – und was Shopware Entwicklung individuell möglich macht.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich 2021 und wurde im September 2026 auf den Stand von Shopware 6 gebracht.
Shopware ist ein Shopsystem des deutschen Herstellers shopware AG aus Schöppingen und im deutschsprachigen Raum eines der meistgenutzten Systeme für Onlineshops überhaupt. Die Software bildet alles ab, was ein professioneller Onlineshop braucht: Produktverwaltung, Warenkorb und Checkout, Zahlung und Versand, Content-Management und Marketing. Der Kern von Shopware ist Open Source, darauf aufbauend gibt es kommerzielle Editionen und drei Betriebsmodelle, von der Cloud bis zum eigenen Server.
Was genau ist Shopware?
Bei Shopware handelt es sich um ein modulares System. Das bedeutet, dass jeder Nutzer die Grundversion so erweitern und anpassen kann, wie er sie gerade braucht. Einzelne Apps und Plugins werden hinzugefügt oder weggelassen, je nach Bedarf. Zentraler Marktplatz dafür ist der Shopware Store: Dort gibt es tausende Erweiterungen, von Zahlungsanbietern über Marketing-Tools bis zu Schnittstellen für Warenwirtschaft und ERP. Die gewünschte Funktion wird ausgewählt, installiert und steht dem Shopsystem direkt zur Verfügung. Updates zeigt die Shopware-Administration automatisch an.
Wer Shopware noch aus der Zeit von Shopware 4 oder 5 kennt, kennt das heutige System nur dem Namen nach. Shopware 6 erschien 2019 als komplette Neuentwicklung auf Basis des PHP-Frameworks Symfony. Shopware 5 erhält seit Juli 2024 keine Updates mehr, Neuprojekte starten ausnahmslos auf Shopware 6. Aktuell sind die Major-Versionen 6.6 und 6.7 im Einsatz. Welche Version gerade aktuell ist und was die Releases bringen, steht in unseren Shopware Release-Notes.
Was kostet Shopware? Editionen und Betriebsmodelle
Shopware gibt es in verschiedenen Editionen. Die Community Edition ist kostenlos und quelloffen: Jeder Entwickler kann den Quellcode von Shopware einsehen, verändern und erweitern. Im Funktionsumfang ist die kostenlose Version ein vollwertiges Shopsystem, allerdings ohne Support und Gewährleistung durch die shopware AG. Die kommerziellen Pläne Rise, Evolve und Beyond ergänzen Support, B2B-Komponenten und erweiterte Funktionen gegen eine Lizenzgebühr, die sich am Umsatz des Shops orientiert. Was Lizenz, Projekt und Betrieb zusammen kosten, rechnet unser Ratgeber Shopware Kosten 2026 durch.
Die zweite Kostendimension ist der Betrieb. Als SaaS läuft der Shop vollständig in der Shopware-Cloud, als PaaS betreibt Shopware die Infrastruktur bei vollem Code-Zugriff, und beim Self-Hosting liegt der Shop auf eigener oder gemanagter Infrastruktur mit maximaler Kontrolle über Code, Daten und Performance. Welches Modell wann passt, haben wir ausführlich hergeleitet: Shopware: SaaS, PaaS oder Self-Hosted?
Was bietet Shopware? Das System im Überblick
Shopware lässt sich über die Grundversion hinaus beliebig erweitern und verändern. Das System basiert auf PHP und dem Symfony-Framework, als Datenbank kommt MySQL oder MariaDB zum Einsatz. Die Bedienung erfolgt vollständig im Browser, unabhängig vom Betriebssystem. Der große Vorteil des Shopware-Systems besteht darin, dass es
- übersichtlich aufgebaut,
- weitgehend selbsterklärend
- und damit auch für Nicht-Entwickler leicht zu bedienen ist.
Technisch ist Shopware 6 konsequent API-first gebaut: Jede Funktion, vom Produkt bis zum Checkout, ist über Schnittstellen ansprechbar. Das System besteht aus drei Bausteinen.
1. Die Shopware-Administration
Die Shopware-Administration, auch Backend genannt, ist eine moderne Web-Anwendung auf Basis von Vue.js. Hier verwaltet der Nutzer Produkte, Bestellungen, Kunden, Preise und Inhalte und erfasst alle Kennzahlen auf einen Blick. Drei Werkzeuge machen die Administration besonders: Mit den Erlebniswelten werden Landingpages, Kategorie- und Produktseiten per Drag & Drop gestaltet, ohne Entwickler. Der Rule Builder steuert Preise, Rabatte, Versandkosten und Zahlungsarten regelbasiert. Der Flow Builder automatisiert Prozesse wie Bestellbestätigungen, Tags oder Folgeaktionen ohne Code. Über Sales Channels lassen sich mehrere Shops, Sprachen, Marktplätze und Social-Kanäle aus einer Installation bedienen.
2. Die Storefront
Die Storefront ist das Frontend, also der eigentliche Onlineshop, den Kunden sehen. Shopware liefert im Standard eine fertige, responsive und SEO-taugliche Storefront auf Basis von Twig-Templates mit. Das mitgelieferte Design muss nicht 1:1 übernommen werden, sondern lässt sich über ein eigenes Theme bis ins Detail anpassen, inklusive Rechnungsdokumenten und E-Mail-Vorlagen in der eigenen Corporate Identity. Wer das Frontend vollständig entkoppeln will, nutzt die offiziellen Composable Frontends und baut auf denselben APIs ein Headless-Frontend.
3. Apps, Plugins und Module
Für Shopware 6 gibt es im Shopware Store tausende Apps und Plugins, zum Teil kostenlos. Technisch gibt es zwei Wege: Das App-System erweitert den Shop über APIs, ohne den Kern anzufassen, und funktioniert dadurch in allen Betriebsmodellen inklusive Cloud. Klassische Plugins greifen tiefer ins System ein und bleiben Self-Hosted- und PaaS-Umgebungen vorbehalten. Zudem bietet das System Schnittstellen zu zahlreichen Warenwirtschaftssystemen und ERP-Lösungen sowie zu allen gängigen Zahlungsdienstleistern. Wie die Anbindung einer Warenwirtschaft an Shopware in der Praxis funktioniert, zeigt unser Ratgeber Warenwirtschaft für Shopware anbinden. Fehlt eine Funktion im Store, lassen sich eigene Apps und Plugins entwickeln, etwa unsere Erweiterungen CHECK24 Connect und der automatisierte Bankabgleich für Shopware 6.
Shopware Entwicklung: was sich individuell anpassen lässt
Die eigentliche Stärke von Shopware liegt in der Shopware Entwicklung, also in allem, was über den Standard hinausgeht. Typische Aufgaben in Shopware-Projekten sind:
- Theme-Entwicklung: eigenes Storefront-Design mit Twig, SCSS und JavaScript oder ein komplett entkoppeltes Frontend.
- Plugin- und App-Entwicklung: individuelle Funktionen für Checkout, Preislogik, Produktkonfiguration oder Kundenportale.
- Schnittstellen: Anbindung von Warenwirtschaft, ERP, PIM, CRM oder Marktplätzen über die Admin-API und die Store-API.
- Migration: der Umzug von Shopware 5 oder einem anderen Shopsystem auf Shopware 6, ohne Datenverlust und ohne Einbruch bei den Rankings, siehe Shopware-6-Migration.
- Betrieb und Performance: Hosting, Updates, Monitoring und Caching, damit der Shop auch unter Last schnell bleibt.
Für die lokale Entwicklung stellt Shopware Docker-Images bereit; wie eine Shopware-6-Testumgebung in Docker aufgesetzt wird, beschreiben wir Schritt für Schritt. Als Shopware-Agentur übernehmen wir bei SENSUS MEDIA genau diese Aufgaben, von der Konzeption über die Shopware-Entwicklung bis zum laufenden Betrieb.
Für wen eignet sich Shopware?
Shopware spielt seine Stärken aus, sobald ein Shop mehr sein soll als ein Standard-Baukasten: individuelle Prozesse, Anbindung an Warenwirtschaft oder ERP, B2B-Preislogiken, mehrere Vertriebskanäle oder anspruchsvolles Content-Marketing. Genau deshalb ist das Shopsystem im deutschen Mittelstand so verbreitet, auch weil Hersteller, Community und Datenhaltung europäisch geprägt sind, was Themen wie die DSGVO-Konformität vereinfacht. Für sehr kleine Sortimente ohne Integrationsbedarf kann ein einfacher Shop-Baukasten die pragmatischere Wahl sein.
Shopware – Vorteile und Nachteile
Vorteile: Shopware bietet einen Open-Source-Kern ohne Vendor-Lock-in, eine moderne API-first-Architektur, ein starkes CMS mit den Erlebniswelten, Automatisierung ohne Code, eine große deutschsprachige Community und ein Ökosystem aus Agenturen, Hostern und Erweiterungen. Gerade Shopware 6 erlaubt zahlreiche individuelle Anpassungen und Erweiterungen.
Nachteile: Die Flexibilität hat ihren Preis. Für Self-Hosted-Projekte braucht es Entwicklungs- und Betriebs-Know-how, und wichtige B2B-Funktionen sind den kommerziellen Plänen vorbehalten. Wer nur „irgendeinen" Shop braucht, bezahlt mit Komplexität, die er nicht nutzt.
Fazit
Was ist Shopware also? Ein deutsches, quelloffenes Shopsystem, das vom Mittelständler bis zur B2B-Plattform skaliert, mit Shopware 6 technologisch auf aktuellem Stand und dank SaaS, PaaS und Self-Hosting flexibel im Betrieb. Wer die Möglichkeiten des Systems ausschöpfen will, kommt an Shopware Entwicklung nicht vorbei: Themes, Plugins, Schnittstellen und ein sauberer Betrieb entscheiden darüber, ob ein Shop nur läuft oder wirklich verkauft. Einen Überblick über unsere Leistungen rund um Shopware findest du bei der Shopware-Agentur SENSUS MEDIA.
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